Sieben Kandidateninnen und Kandidaten und sieben zentrale Fragen.

Wer wird neuer Bürgermeister oder Bürgermeisterin von Riederich? Sieben Bewerberinnen und Bewerber stellen sich zur Wahl – mit unterschiedlichen Erfahrungen, Ideen und Schwerpunkten. Damit die Antworten besser einzuordnen sind, haben wir die wichtigsten Aussagen zu sieben zentralen Fragen kompakt zusammengefasst.

Unsere Kandidaten:

Tiago Ribeiro da Costa (27)
Aus Mittelstadt, setzt auf ein freundlicheres, grüneres Riederich. Möchte Bürgerbeteiligung stärken, Wohnraum schaffen und die Jugend stärker einbinden. Wirtschaft und soziale Themen sollen gemeinsam gedacht werden.
Jerimi Kotzab (38)
Aus Pfullingen, bringt Führungserfahrung aus der Medizintechnik mit. Sein Fokus liegt auf einem besseren Miteinander zwischen Rathaus und Bürgerschaft sowie offenem Austausch.
Erik Knobloch (32)
Verwaltungsfachmann aus Neckartenzlingen mit Blick auf transparente Entscheidungen und solide Finanzen. Die Haushaltslage sieht er als zentrale Herausforderung, Bürgernähe als Grundlage für gute Politik.
Joachim Freund (61)
Handelsvertreter aus Pliezhausen mit jahrzehntelanger Wirtschaftserfahrung. Möchte die Gemeindefinanzen stabilisieren und setzt auf pragmatische, verantwortungsvolle Lösungen.
Mathias Koch (58)
Manager aus Metzingen mit über 30 Jahren Führungserfahrung. Wichtige Themen: offene Kommunikation, verlässliche Kinderbetreuung, starke Vereine und nachhaltige Finanzpolitik.
Oliver Liebl (45)
Bestatter aus Pliezhausen. Möchte als Bindeglied zwischen Bürgern, Vereinen, Kirche und Verwaltung wirken und betont aktives Gestalten statt reiner Verwaltung.
Sylvia Hokenmaier (58)
Aus Riederich, Langjährige Verwaltungsmitarbeiterin. Setzt Schwerpunkte auf Familie, Vereine, Wohnraum, Wirtschaft sowie Kunst und Kultur.

Jetzt wird’s konkret: die Antworten auf sieben zentrale Fragen

1. Persönliche Herzensangelegenheit

Tiago Ribeiro da Costa: Im Mittelpunkt steht für ihn, dass sich die Menschen in Riederich wieder gehört, gesehen und zuhause fühlen. Ihm ist wichtig, den direkten Austausch mit den Bürgerinnen und Bürgern zu stärken und gemeinsam anzupacken, was im Alltag wirklich zählt.

Jerimi Kotzab: Zentral ist für ihn, die Brücke zwischen Rathaus und Bürgerschaft zu stärken. Ihm ist wichtig, dass die Menschen in Riederich das Gefühl haben, gehört und ernst genommen zu werden. Entscheidungen sollten nachvollziehbar sein und die Bürgerinnen und Bürger sollen wissen, dass ihre Anliegen wichtig sind.

Erik Knobloch: Für ihn steht im Mittelpunkt, ein gutes Team mit der Verwaltung und dem Gemeinderat zu formen. Entscheidend ist für ihn ein respektvolles und verlässliches Miteinander in der Gemeinde. Als Bürgermeister versteht er sich als Brückenbauer zwischen Verwaltung, Gemeinderat und Bürgerschaft. Die Verwaltung soll bürgernah, lösungsorientiert und erste Anlaufstelle für Anliegen, Sorgen und Ideen der Menschen sein.

Joachim Freund: Seine Herzensangelegenheit ist es, Vertrauen zwischen Gemeinderat, Verwaltung, Feuerwehr, Vereinen und Bürgerinnen und Bürgern zu schaffen.

Mathias Koch: Für Mathias Koch steht ein geordneter und sauberer Start in das Amt an erster Stelle. Er möchte an eine funktionierende Verwaltung und einen verantwortungsbewussten Gemeinderat anknüpfen und sich zugleich schnell ein eigenes Bild machen. Dazu gehören Gespräche mit Verwaltung, Gemeinderat, Vereinen, Familien, Jugendlichen, älteren Menschen sowie Handel und Gewerbe. Erst mit diesem Überblick lasse sich seriös einschätzen, was dringend, strategisch wichtig und realistisch leistbar ist. Ihm geht es darum, zunächst zuzuhören, Prioritäten zu erkennen und dann Schritt für Schritt ins Handeln zu kommen.

Oliver Liebl: Als Bestatter kennt er sich nach eigener Aussage besonders mit den Nöten des Friedhofs aus und möchte dort zügig Ergebnisse erzielen, etwa durch neue Grabarten. Wichtig sind ihm außerdem die Trauerhalle und deren Kühlung sowie das Thema Urnengarten.

Sylvia Hokenmaier: Ihre Herzensangelegenheit ist es, das Team im Rathaus, den Bauhof, die Kindergärten und alle zur Verwaltung gehörenden Bereiche kennenzulernen, zuzuhören und Probleme aufzuarbeiten. Für sie ist gute Zusammenarbeit entscheidend, damit Wissen erhalten bleibt und Riederich wieder vorangebracht werden kann.

2. Drei Prioritäten in den ersten 12 Monaten

Tiago Ribeiro da Costa: Für die ersten zwölf Monate nennt er drei zentrale Schwerpunkte: mehr Bürgernähe und bessere Kommunikation, die Stärkung der Lebensqualität – zum Beispiel für Familien, Jugendliche und ältere Menschen – sowie eine zukunftsfähige Entwicklung der Gemeinde mit Blick auf Infrastruktur, Wirtschaft und Zusammenhalt.

Jerimi Kotzab: Seine drei Prioritäten in den ersten 12 Monaten sind die Kinderbetreuung und die Unterstützung von Familien, die Stärkung der Gemeinschaft, Vereine und des Ehrenamts sowie eine offene und bürgernahe Kommunikation zwischen Rathaus und Bürgerschaft.

Erik Knobloch: In den ersten zwölf Monaten will er zunächst das Rathaus, die Mitarbeitenden und die Abläufe kennenlernen. Gleichzeitig möchte er die Verwaltung funktionsfähig, kompetent und effizient aufstellen, etwa durch die Prüfung von Strukturen und eine personelle oder organisatorische Stärkung der unterbesetzten Bereiche. Außerdem setzt er auf Teambuilding, eine engere Zusammenarbeit zwischen Verwaltung und Gemeinderat sowie auf eine gemeinsame strategische Ausrichtung für die kommenden Jahre.

Joachim Fneund: In den ersten zwölf Monaten möchte er gemeinsam mit dem Gemeinderat klare Prioritäten für die anstehenden Investitionen ausarbeiten, den Austausch mit den örtlichen Unternehmen intensivieren und die begonnenen Verbesserungen bei der Kinderbetreuung verlässlich fortführen.

Mathias Koch: In den ersten zwölf Monaten will er laufende Themen und Projekte geordnet übernehmen und gemeinsam mit Verwaltung und Gemeinderat klare Prioritäten festlegen. Gleichzeitig möchte er die Zusammenarbeit zwischen Rathaus, Gemeinderat, Vereinen und Bürgerschaft stärken und nachvollziehbar machen, wie Entscheidungen vorbereitet werden und wo Beteiligung möglich ist. Ein weiterer Schwerpunkt ist für ihn die Weiterentwicklung Riederichs als Lebens- und Wirtschaftsstandort – mit guten Rahmenbedingungen für Familien, Jugendliche, ältere Menschen, Vereine, Infrastruktur, Wohnraum und einer vorausschauenden Finanzpolitik.

Oliver Liebl: In den ersten zwölf Monaten möchte er Vertrauen zurückgewinnen, die Kindertagesstätten stärken und das Rathaus als Institution wieder fit machen – motiviert, strukturiert, geführt und als Team.

Sylvia Hokenmaier: In den ersten zwölf Monaten möchte sie den Mitarbeitenden zuhören und erfahren, was sie für eine gute Zusammenarbeit brauchen. Außerdem setzt sie auf einen respektvollen Austausch mit dem Gemeinderat, um Themen gemeinsam zu benennen, abzuarbeiten und bei Bedarf in einer Klausur zu klären, was fehlt.

3. Einbindung der Bürgerinnen und Bürger

Tiago Ribeiro da Costa: Er möchte regelmäßige Bürgergespräche, offene Sprechstunden und moderne Möglichkeiten wie Online-Umfragen oder digitale Ideenplattformen anbieten. Gute Politik entsteht aus seiner Sicht nicht nur im Rathaus, sondern gemeinsam mit den Menschen.

Jerimi Kotzab: Er ist überzeugt, dass die besten Lösungen gemeinsam entstehen. Deshalb möchte er den direkten Austausch suchen, regelmäßig zuhören und die Menschen frühzeitig einbinden. Niemand kennt die Herausforderungen vor Ort besser als die Bürgerinnen und Bürger selbst.

Erik Knobloch: Bürgerbeteiligung ist für ihn ein wichtiger Bestandteil guter Kommunalpolitik. Er setzt auf transparente Entscheidungen und eine möglichst frühzeitige, offene Kommunikation. Bürgerdialoge, Zukunftswerkstätten und Online-Beteiligungsplattformen können helfen, die Bürgerschaft einzubinden und Stimmungen sowie Bedarfe sichtbar zu machen. Formelle Beteiligungsformen wie Bürgerentscheide betrachtet er differenziert, weil viele kommunale Fragen komplex sind und die Verantwortung letztlich bei Bürgermeister und Gemeinderat liegt.

Joachim Freund: Ihm ist wichtig, Bürgerinnen und Bürger frühzeitig über anstehende Projekte zu informieren – und nicht erst dann, wenn Entscheidungen bereits getroffen wurden.

Mathias Koch: Bürgerbeteiligung soll für ihn nicht erst dann beginnen, wenn im Grunde schon alles entschieden ist. Bei wichtigen Themen sollte früh deutlich werden, worum es geht, welche Spielräume bestehen und welche Folgen unterschiedliche Entscheidungen haben. Er kann sich dafür regelmäßige Bürgergespräche, Informationsabende und einfache digitale Rückmeldemöglichkeiten vorstellen. Entscheidend ist für ihn vor allem, transparent zu machen, was aus den Rückmeldungen wird. Nicht jeder Vorschlag lasse sich umsetzen, aber jeder konstruktive Beitrag müsse ernst genommen werden.

Oliver Liebl: Er setzt auf klassische Meinungsabfragen über moderne Medien wie Riederich.info, eine stärkere Einbindung des Gemeinderats sowie verständliche Abläufe im offenen Dialog. Dazu gehören auch Bürgerforen, persönliche Gespräche mit dem Bürgermeister und Präsenz bei Vereinsfesten, in Schule, Rathaus, Bauhof oder Ordnungsamt.

Sylvia Hokenmaier: Sie möchte ein- bis zweimal im Jahr eine Bürgerfragestunde einrichten, etwa in der Gemeindehalle. Dort soll die Gemeinde informieren, was geplant ist und was bereits umgesetzt wurde; zugleich sollen Bürgerinnen und Bürger sagen können, was sie brauchen und gemeinsam soll geprüft werden, was davon möglich ist.

4. Unterstützung der lokalen Wirtschaft und des Einzelhandels

Tiago Ribeiro da Costa: Ihm ist wichtig, mit den Betrieben direkt ins Gespräch zu gehen und ihre Herausforderungen zu verstehen. Gleichzeitig möchte er die Gemeinde als attraktiven Standort stärken, lokale Angebote sichtbarer machen und neue Ideen fördern.

Jerimi Kotzab: Er hält es für wichtig, die Menschen einzubeziehen, die jeden Tag mit diesen Themen zu tun haben. Unternehmer, Einzelhändler, Gastronomen und Selbstständige kennen die Herausforderungen vor Ort am besten. Deshalb möchte er den direkten Austausch suchen und gemeinsam Lösungen entwickeln. Gute Entscheidungen entstehen nicht allein im Rathaus, sondern gemeinsam mit den Menschen, die täglich Verantwortung in diesen Bereichen tragen.

Erik Knobloch: Er möchte die Wirtschaftsförderung strategischer angehen und dafür den engen Dialog mit Gewerbetreibenden und Industrie suchen. Wichtige Ansatzpunkte sieht er in einer guten Infrastruktur, im Leerstandsmanagement, in möglichen Gewerbeflächen, im Breitbandausbau, im Fördermittelmanagement und in einer stärkeren Bewerbung der Gemeinde als Wirtschaftsstandort. Dem Einzelhandel misst er dabei eine besondere Bedeutung für die Attraktivität Riederichs als Wohnort bei.

Joachim Freund: Er setzt auf regelmäßige Gespräche und einen jährlichen Unternehmerdialog. Gute Wirtschaftspolitik beginnt für ihn damit, die Anliegen der Betriebe zu kennen und gemeinsam Lösungen zu entwickeln. Dazu gehört bei Bedarf auch die Ausweisung neuer Gewerbeflächen.

Mathias Koch: Die Lage Riederichs nahe Metzingen, Reutlingen und der Region Stuttgart sieht er als klaren Standortvorteil. Diesen möchte er mit guten Rahmenbedingungen für Gewerbe, Handwerk, Einzelhandel und Dienstleistungen nutzen – etwa durch klare Ansprechpartner, zügige Verfahren, gute Infrastruktur und sinnvolle digitale Abläufe. Aus seiner beruflichen Erfahrung weiß er, wie wichtig verlässliche Prozesse und Zusammenarbeit für Unternehmen sind. Wirtschaftsförderung beginnt für ihn bei den Betrieben vor Ort und schließt auch Wohnen, Infrastruktur, Nahversorgung und Mobilität mit ein.

Oliver Liebl: Er sieht die Aufgabe des Bürgermeisters vor allem darin, gesunde Rahmenbedingungen für Wirtschaft und Handel zu schaffen, etwa durch funktionierende Kinderbetreuung, eine verlässliche Feuerwehr, weniger Bürokratie, Verlässlichkeit und gegenseitiges Verständnis. Je nach Betrieb möchte er individuell agieren; für zukünftige Unternehmen in der Gründungsphase sieht er Riederich gut aufgestellt.

Sylvia Hokenmaier: Sie plant zweimal im Jahr Unternehmergespräche, die jeweils in unterschiedlichen Firmen stattfinden. Dadurch sollen Unternehmen stärker vernetzt werden, voneinander erfahren und sich gegenseitig unterstützen. Themen wie Glasfaser, Infrastruktur, E-Ladesäulen oder eine mögliche Erweiterung des Gewerbegebiets sollen dabei gezielt abgefragt werden.

5. Zentrale Herausforderungen und Risiken

Tiago Ribeiro da Costa: Die größten Herausforderungen sieht er in steigenden Kosten, dem Erhalt der Lebensqualität, begrenzten Flächen sowie dem Wandel in Gesellschaft und Wirtschaft. Gleichzeitig steckt darin aus seiner Sicht auch viel Chance, wenn man frühzeitig handelt.

Jerimi Kotzab: Eine gute Kinderbetreuung sicherzustellen, die Gemeinschaft in der Gemeinde zu stärken und gleichzeitig verantwortungsvoll mit den finanziellen Möglichkeiten der Gemeinde umzugehen, werden wichtige Aufgaben sein. Darüber hinaus wird es entscheidend sein, die Menschen mitzunehmen und das Vertrauen in die kommunalen Entscheidungen zu stärken.

Erik Knobloch: Die größte Herausforderung der kommenden Jahre sieht er in der Finanzlage der Gemeinde. Trotz der derzeit noch soliden und schuldenfreien Situation macht die Finanzplanung bis 2029 aus seiner Sicht deutlich, dass eine Haushaltskonsolidierung notwendig wird. Rücklagen könnten bald aufgebraucht sein und die Mindestliquidität ab 2027 unterschritten werden. Deshalb braucht es aus seiner Sicht Konsolidierungsmaßnahmen, eine Aufgaben- und Ausgabenkritik sowie eine klare Strategie zur Stabilisierung des Haushalts.

Joachim Freund: Die größte Herausforderung sieht er darin, trotz angespannter Finanzen wichtige Zukunftsaufgaben zu bewältigen. Dazu gehören Investitionen und laufende Kosten in Kinderbetreuung, Bildung, Infrastruktur und Feuerwehr sowie die Sicherung einer starken wirtschaftlichen Entwicklung.

Mathias Koch: Zu den größten Herausforderungen zählt für ihn der finanzielle Druck auf Kommunen. Gerade kleinere Gemeinden müssten genau unterscheiden, was notwendig, wünschenswert und was dauerhaft finanzierbar ist. Hinzu kommen aus seiner Sicht der Fachkräftemangel in Verwaltung, Betreuung, Pflege, Handwerk und Wirtschaft sowie der demografische Wandel. Riederich müsse deshalb für Familien attraktiv bleiben und zugleich älteren Menschen ein gutes Leben im Ort ermöglichen – mit passenden Angeboten, Infrastruktur und Wohnformen.

Oliver Liebl: Als zentrale Herausforderung sieht er die schwierige wirtschaftliche Lage, die auch Riederich treffen werde. Er befürchtet, häufiger Nein sagen zu müssen, weil für viele Aufgaben kein Geld vorhanden ist, während zugleich die Anforderungen wachsen. Als Beispiel nennt er den kommenden Anspruch auf Ganztagsbetreuung.

Sylvia Hokenmaier: Zentrale Herausforderungen sieht sie in der angespannten Haushaltslage, im Sanierungsstau und in laufenden Instandhaltungskosten bei leeren Kassen. Wichtig ist ihr außerdem, Riederich für Familien und ältere Menschen interessant zu halten, Treffpunkte und Begegnungsorte zu schaffen sowie Investitionen und technische Veränderungen bei Feuerwehr, Katastrophenschutz und Wasserschutz anzugehen.

6. Umgang mit starkem Widerstand aus der Bürgerschaft

Tiago Ribeiro da Costa: Widerstand gehört für ihn zu einer lebendigen Demokratie dazu. Ihm ist wichtig zuzuhören, Argumente ernst zu nehmen und transparent zu erklären, warum Entscheidungen getroffen werden. Nicht jeder müsse derselben Meinung sein, aber jeder soll gehört werden.

Jerimi Kotzab: Widerstand bedeutet für ihn zunächst, zuzuhören. Wenn viele Menschen Bedenken haben, müsse man diese ernst nehmen und verstehen, warum sie entstehen. Nicht jede Entscheidung werde jeden zufriedenstellen können, aber jede Entscheidung sollte nachvollziehbar erklärt werden und auf einem respektvollen Dialog beruhen.

Erik Knobloch: Widerstände, Sorgen und Anliegen aus der Bürgerschaft müssen für ihn sehr ernst genommen werden. Entscheidungen sollten gründlich beraten, sorgfältig abgewogen und wenn möglich unter Einbeziehung der Bürgerinnen und Bürger behandelt werden. Sein Selbstverständnis ist klar: Er arbeitet für die Bürger, nicht gegen sie.

Joachim Freund: Gerade bei wichtigen Entscheidungen hält er es für sinnvoll, alle Argumente sorgfältig anzuhören. Die Sichtweisen aller Beteiligten sollten ernst genommen werden, um gemeinsam nach der besten Lösung zu suchen.

Mathias Koch: Bei größeren Entscheidungen ist ihm wichtig, die Menschen frühzeitig einzubeziehen und verständlich zu informieren. Für ihn gehört Widerstand zur Demokratie und zeigt, dass Menschen Verantwortung für ihr Umfeld übernehmen. Entscheidend ist aus seiner Sicht, Argumente ernst zu nehmen, Fakten offen zu legen, Alternativen zu prüfen und Auswirkungen ehrlich zu benennen. Nach fairer Beratung und Abwägung brauche es aber auch klare Entscheidungen auf Grundlage des Mehrheitsbeschlusses – transparent, respektvoll und nachvollziehbar.

Oliver Liebl: Bei starkem Widerstand setzt er darauf, seine Haltung zu erklären und damit Verständnis zu schaffen. Er beschreibt sich als streitbar, mit dickem Fell und selten persönlich verletzt; seine Standpunkte seien nicht in Stein gemeißelt, diese Offenheit erwarte er aber auch von seinem Gegenüber.

Sylvia Hokenmaier: Bei starkem Widerstand möchte sie zuhören, Verständnis und Respekt zeigen, die Bürgerschaft miteinbeziehen und Lösungen erarbeiten, mit denen beide Seiten leben können.

7. Woran Erfolg am Ende der Amtszeit erkennbar wäre

Tiago Ribeiro da Costa: Für ihn wäre viel erreicht, wenn die Menschen sagen: Riederich hat sich positiv entwickelt, man fühlt sich wohl, ernst genommen und die Gemeinde geht mit Zuversicht in die Zukunft.

Jerimi Kotzab: Am Ende der Amtszeit wäre für ihn entscheidend, dass die Menschen sagen können, dass sie gehört wurden, das Rathaus ein offener Ansprechpartner war und die Gemeinschaft in Riederich gestärkt wurde. Die Bürgerinnen und Bürger sollen das Gefühl haben, dass Entscheidungen gemeinsam gedacht wurden und dass ihre Gemeinde mit Verantwortung, Ehrlichkeit und Respekt geführt wurde.

Erik Knobloch: Erfolg wäre für ihn erreicht, wenn Verwaltung, Gemeinderat und Bürgerschaft sagen, dass die Zusammenarbeit mit ihm gut und ergebnisorientiert war. Inhaltlich misst er sich vor allem daran, ob es gelingt, die schwierige Haushaltslage abzuwenden oder zumindest zu begrenzen, notwendige Investitionen mit möglichst geringer Verschuldung zu ermöglichen und die Gemeinde strategisch sinnvoll weiterzuentwickeln.

Joachim Freund: Erfolg bedeutet für ihn, dass Riederich finanziell besser aufgestellt ist, notwendige Investitionen umgesetzt wurden und die Gemeinde für Familien, Vereine und Unternehmen noch lebenswerter und attraktiver geworden ist.

Mathias Koch: Maßstab für Erfolg wäre für ihn, dass Riederich nach acht Jahren spürbar gut und zukunftsfähig aufgestellt ist. Dazu gehören für ihn eine strukturierte Verwaltung, ein gut eingebundener Gemeinderat, ernst genommene Bürgerinnen und Bürger sowie Projekte, die nicht nur angekündigt, sondern umgesetzt werden und wurden. Ebenso wichtig sind geordnete Finanzen, maßvolle Investitionen und gute Rahmenbedingungen für Vereine, Ehrenamt, Familien und ältere Menschen. Entscheidend wäre für ihn, dass die Menschen sagen können, dass in Riederich nicht nur geredet wurde, sondern Dinge in die richtige Richtung vorangegangen sind.

Oliver Liebl: Erfolg wäre für ihn erkennbar an Struktur, einem lebendigen Rathaus als Herz der Bürgerschaft, einem sparsamen Umgang mit Mitteln, lebendigen Vereinen und daran, die eine oder andere Krise gemeistert zu haben. Eine Wiederwahl wäre für ihn die höchste Auszeichnung.

Sylvia Hokenmaier: Erfolg wäre für sie erkennbar, wenn Riederich für Familien wieder interessanter geworden ist, Kunst- und Begegnungsangebote entstehen, das Hallenbad und die Schultoiletten saniert sind und Jugendliche wieder einen Ort der Begegnung haben. Auch Wirtschaft und Ansiedlungswillige sollen erleben, dass im Rathaus nicht nur Nein gesagt wird, sondern Lösungen gesucht und Möglichkeiten gefunden werden.

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